Engagiert im CoLab – 5 Fragen an Ole Wintermann

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Ole Wintermann (Bild: Tom Schlansky/Collaboratory, CC BY 3.0)

Bild: Tom Schlansky/CoLab, CC BY 3.0

Das CoLab ist eine offene ExpertInnen- und Interventionsplattform, in dem die Wechselwirkungen zwischen Internet und Gesellschaft unter Einbeziehung unterschiedlicher Perspektiven betrachtet und mit möglichst vielen Stakeholdern diskutiert werden sollen – interdisziplinär und praxisbezogen. Doch wie funktioniert das? Heute fragen wir Ole Wintermann, Experte in drei verschiedenen Initiativen.

Du hast dich schon in drei Initiativen des CoLab engagiert. Welche waren das?

Ich habe u.a. in der 5. Initiative „Menschenrechte und Internet: Zugang, Freiheit und Kontrolle“ mitgewirkt. Aktuell sind wir aber auch mit dem Projekt Futurechallenges.org Kooperationspartner der 9. Initiative zum Thema „Globalisierung und Internet„. In beiden Initiativen wird die besondere Rolle des Internets im Rahmen der Globalisierung der Kulturen und der Wirtschaft betrachtet. Meine erste Initiative war die 3. Initiative „Urheberrecht für die Informationsgesellschaft„.

Was genau hast du innerhalb der Initiative gemacht?

In der Menschenrechts-Initiative konnte ich über die Blogger-Plattform Futurechallenges.org die Erfahrungen von Aktivisten weltweit zu Menschenrechtsverletzungen in ihren Heimatländern in die Arbeit der Initiative einbringen. Ziel des Einbringens der Blogger-Geschichten war es, den Blick explizit jenseits der Grenzen Europas zu richten und die Relevanz des Internets für das Aufzeigen der Menschenrechtsverletzungen zu verdeutlichen. Ergebnis der Initiative war u.a. die Ausgründung des Social Startups Irrepressible Voices.

Wie empfandest du dabei das Konzept des Multi-Stakeholder-Dialogs?

Das Konzept des MSD hat insbesondere dadurch einen hohen Wert, dass sich interessierte Akteure aktiv für die Initiativen bewerben müssen. Dies führt zu einer gänzlich anderen Motivationslage im Zuge der Arbeit der Initiativen. Umgekehrt müssen die Organisatoren nicht den Stakeholdern „hinterherlaufen“. Nachhaltig wird der Ansatz schließlich dadurch, dass die Einrichtung von beständigen Arbeitsgruppen, Ohus genannt, unter dem Dach des Colab möglich ist. So wird das virtuelle Netzwerk der Colab-Beteiligten, die sich anfangs in den Workshops auch offline kennengelernt haben, immer größer.

Was nimmst du von deinem Engagement im CoLab mit?

a) Die Kombination von Online- und Offline-Arbeit ist deutlich produktiver als Arbeiten ausschließlich mit klassischen Formaten. Es bedarf in der Online-Variante jedoch auch immer eines „Leads“, der die Teilnehmer einer jeweiligen Arbeitsgruppe anleitet und motiviert.

b) Die Reichweite rein offline arbeitender (Forschungs-) Institutionen könnte durch den Aufbau eines vergleichbaren virtuellen Netzwerkes deutlich gesteigert werden.

c) Engagement korreliert allzuhäufig negativ mit dem Alter. Formate wie das Colab ermöglichen die Beteiligung jüngerer Generationen an wichtigen gesellschaftlichen Diskussionen. Hierarchien und „Dienstgrade“ zählen nur wenig; wichtiger ist, was der Einzelne zur Arbeit der Gruppe beiträgt.

Würdest du dich wieder engagieren, vielleicht auch zu anderen Themen?

Auf jeden Fall. Und ich würde auch jedem Interessierten raten, bei einem passenden Thema die Gelegenheit zu ergreifen und sich in den Dialog einzuklinken.

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Janina Gera

Janina Gera

Publishing & Outreach, Collaboratory e.V.

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