What’s next: Electric Book Fair in Berlin 1/2

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Am Samstag findet in Berlin die erste Electric Book Fair Deutschlands statt, ein Versuch Einblick in die sich stets verändernde Welt der E-Books zu bekommen. Das Collaboratory e.V. ist als Partner bei der explizit nicht als Buchmesse gedachten Veranstaltung dabei, vertreten durch Jiannis Koudounas. Wir haben den freien Journalisten Lars Sobiraj und die Collaboratory-Expertin Kristin Narr zu den zwei Sessions befragt, die sie moderieren und was sie vom Programm nicht verpassen wollen:


Lars Sobiraj: „Piraterie. Zwischen hoher Kunst und Gratiswaffe

Lars Sobiraj

Worum geht es in deiner Session?

Wir werden uns im Verlauf der Diskussion unter anderem folgenden Fragen widmen: Wie kann man aus Piraten wieder zahlende Kunden machen? Woran liegt die mangelnde Zahlungsmoral im Web? Ist sie wirklich mangelhaft? Berater Sascha Lazimbat wird darüber hinaus erkären, wie sich der kostenlose Vertrieb von E-Books unter dem Strich doch noch für Autoren und Verlag lohnen könnte.

Das illegale Download-Portal Torboox ist seit Ende letzten Jahres offline. Damit verstummte zugleich das einflussreichste Sprachrohr der Schwarzkopierer. Doch bedeutet dies, dass die Aktivitäten der deutschsprachigen Buchpiraten aufgehört haben? Die einzelnen Verlage, der Börsenverein des Deutschen Buchhandels und beispielsweise die GVU gehen bei der Bekämpfung von Urheberrechtsverletzungen völlig unterschiedlich vor. Kann man den Cyberkriminellen habhaft werden, die sich am geistigen Eigentum Dritter bereichern? Was wäre eine effektive Strategie im Kampf gegen die international aufgestellte Webwarez-Szene?

Die Künstlergruppe Traumawien hingegen führte vor zwei Jahren die Aktion „Kindle’Voke Ghostwriters“ durch. Luc Gross berichtet von der technischen Durchführung und den Hintergründen dieses Projekts. Mit Inhalten, die von Nutzern selbst erstellt werden, wird bei YouTube, Facebook, Foren & Co. viel Geld verdient. Die tatsächlichen Urheber (die Nutzer) gehen dabei leer aus. Luc Gross wollte damit das Thema Copyright durch den Missbrauch von Amazon und YouTube deutlich machen. Bis auf viel Aufmerksamkeit und einige Artikel in den Tageszeitungen brachte ihm dies eine lebenslange Sperre bei Amazon ein.

Was soll danach beim Publikum hängenbleiben?

Wir werden versuchen die Teilnehmer aktiv in den Prozess einzubinden. Unser Ziel ist kein Frontunterricht, sondern Interaktivität. Beim Electric Book Fair werden zahlreiche Autoren, Unternehmer und Verlagsangestellte anwesend sein, die unmittelbar von der Urheberrechtsproblematik betroffen sind. Wir werden alle gemeinsam versuchen zu ergründen, wie dieses Problem behoben werden kann.

Welche Vorträge wirst du dir auch anschauen?

Leider läuft zeitgleich das Panel „Die entfesselte Kreativität. Neue Ansätze im Urheberrecht„, das hätte mich interessiert. Spannend klingt auch „Der eingebaute Käufer: Crowdfunding und -sourcing für E-Books“ im Electric Café. Wie man anhand der Krautreporter und mehreren anderen Projekten sieht, kann mithilfe der Crowd so einiges bewegt werden.


Kristin Narr: „Geteiltes Wissen ist mehr Wissen

Kristin Narr

Worum geht es in deiner Session?

In der Session „Geteiltes Wissen ist mehr Wissen“, die ich moderieren darf, wird es um das eBook im Bildungsbereich gehen. Wir wollen über die aktuellen Möglichkeiten, Bildungsmaterialien digital aufzuarbeiten und gemeinsam zu nutzen, sprechen, und konkrete neue und denkbare Formate, die auch über das „klassische“ eBook hinausgehen, kennenlernen. Im Fokus der Diskussion steht die Frage, welche unterschiedlichen Geschäftsmodelle und damit verbundenen Verständnisse, Herangehensweisen, aber auch Herausforderungen es gibt. Meine Gesprächspartner sind Martin Fröhlich (PaperC) und Jakob Adolph (K.lab Berlin). Sie berichten von ihren Erfahrungen und geben einen Einblicke in ihre Arbeit.

Was soll danach beim Publikum hängenbleiben?

Ich denke, wir werden eine lebendige Diskussion mit vielen Ideen und konkreten Beispielen erleben. Spannend ist dabei, dass sich der Bildungsbereich im Zusammenhang mit Formen und Formaten wie dem eBook oftmals andere Fragen stellt und höchstwahrscheinlich auch andere Antworten findet. Meiner Meinung nach, stehen wir hierbei noch ganz am Anfang der Diskussion, denn letztlich geht es nicht nur darum, das Material auf einem anderen Weg an seine Leserinnen und Leser zu bringen. Besonders Bildungsmaterialien wollen oftmals auf die eigenen Bedürfnisse angepasst und weiterverarbeitet werden.

Welche Vorträge wirst du dir auch anschauen?

Das ist schwer zu sagen, denn es gibt richtig viele Sachen an diesem Tag, die mich interessieren. Beispielsweise finde ich die Session von Susanne Eiswirt über das sehr spannende Format Biok-Sprint sehr interessant: „Verlegen in Echtzeit: E-Book-Sprint“ oder auch die Session zum „Lesen im 21. Jahrhundert„. Und natürlich freue ich mich auf Kathrin Passigs Beobachtungen des gesamten Tages.

 

Fortsetzung am Freitag

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Tobias Schwarz

Tobias Schwarz

Digital Public Affairs Fellow, Collaboratory e.V.

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