rp14 – Tag 2: Über die Netzgemeinde, Gatekeeper, OER und das #Zensurheberrecht

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#rp14 und nun? (Bild: Gregor Fischer I re:publica 2013, CC BY-SA 2.0)

#rp14 und nun? (Bild: Gregor Fischer I re:publica 2013, CC BY-SA 2.0)

Der erste Tag der re:publica ist fast rum – die Party liegt noch vor uns – und die Lage der Nation von Sascha Lobo fiel hart aus, aber noch ist Hopfen und Malz nicht verloren. Ein Fazit ist, dass Engagement notwendig ist. Ich kann, im Gegensatz zu anderen netzpolitischen Interessensvertretungen ohne Möglichkeit einer Mitgliedschaft oder sehr starren Hierarchien, natürlich das Collaboratory empfehlen, denn der hier praktizierte Multistakeholder-Ansatz ist für mich persönlich die beste Grundlage, sich erfolgreich einzubringen. Auch wenn das Collaboratory keine Interessen vertritt, sondern Aufklärung in einer digitalen Gesellschaft ermöglicht, kann hier ein wichtiger Beitrag für gesellschaftliches Engagement geleistet werden.

Ich kann deshalb heute sicher gut schlafen und mich auf morgen und folgende netzpolitische Highlights freuen:

  • Get real, Netzgemeinde – Zweiter Tage und wieder erst einmal ausschlafen, denn der Abend wird sicher noch lang. Von 11:15 bis 12:15 Uhr redet dann aber Yasmina Banaszczuk über den vermeintlichen Hauptakteur der Netzpolitik in diesem Land, die Netzgemeinde – (noch) nicht zu verwechseln mit Netzgemeinde.de. Im Talk will sie „versuchen zu erklären, wie auch online Welten aufeinander prallen und sich eigene Milieus bilden. Die Netzgemeinde als Sammelbegriff für Digital Natives, Aktivist_innen und Netzelite scheint überholt und nicht mehr passend„. Hat sie diesen rhetorischen Ritt hinter sich, will sie eine Brücke zu Aktivismus, netzpolitischen und gesellschaftlichen Zielen schlagen. Klingt sehr vielversprechend. | Stage A
  • Bye bye Gatekeeper: Wer bestimmt die Themen im Netz? – Die Kurzthese von Ferda Ataman, Kübra Gümüşay, Anne Wizorek und Sabine Mohamed bringt den Grund, warum ich diesen Talk (12:30 – 13:30 Uhr) empfehle, am besten auf den Punkt: „Um ihre Belange an die Öffentlichkeit zu tragen, waren Vertreter_innen von Minderheiten oder Frauenrechten stets abhängig von Gatekeepern – den Journalist_innen in klassischen Medien. Das Internet bietet nun die Möglichkeit, sie zu umgehen und eigene Themen zu setzen: über Hashtags, Petitionen, Kritiken auf Blogs und eigenen Online-Medien. Welche Chancen bietet das neue Agendasetting für Themen wie Rassismus und Sexismus?“ | Stage 4
  • Wer archiviert das Internet?: Einer der wenigen CoLab-Sessions von 13:45 bis 14:45 Uhr auf der diesjährigen re:publica, aber eine mit interessanten Input: „Im Zuge der NSA-Enthüllungen entstand der Eindruck, Geheimdienste sammeln alles, speichern alles und archivieren alles, was an digitalen Informationen verfügbar ist. Während die Praxis der Geheimdienste im Verborgenen stattfindet, agieren Gedächtnisinstitutionen wie Bibliotheken, Archive und Museen öffentlich und unterliegen Regeln und institutionellen Zuschreibungen. Doch auch nicht-staatliche Institutionen wie das Internet Archive archivieren digitale Daten in frei zugänglicher Form. Wie unterscheiden sich Konzepte, Rahmenbedingungen und Praxis, wo gibt es Überschneidungen, wo Abgrenzungen, wo Lücken?“ | Stage 2
  • OER textbooks in Polish schools: a year later: Von 15:30 bis 16:30 Uhr spricht Michał Woźniak über den Einsatz von Open Educational Resources (OER) in Poeln. Vor ein Jahr haben LehrerInnen, OER-AktivistInnen, gemeinsamen mit Eltern und Schulbuchverlagen aus einer Debatte heraus ein frei lizenzierte Schulbücher entwickelt. Ich bin sehr auf das Fazit gespannt, denn dieser Prozess steht uns in Deutschland noch bevor. | Stage 3
  • #Zensurheberrecht: Im Januar 2014 hat das Bundesinnenministerium von der Open Knowledge Foundation verlangt, einen geleakten Vermerk von der Website FragDenStaat.de zu löschen – und sich dabei auf das Urheberrecht berufen. Der Fall ist nicht der einzige, in dem das Urheberrecht zur Unterdrückung einer Veröffentlichung zweckentfremdet wird. Dass sein solcher Missbrauch überhaupt möglich ist, beweist anschaulich seine dringende Reformbedürftigkeit. Von 16:15 bis 16:45 Uhr reden Mathias Schindler, Ansgar Koreng und Stefan Wehrmeyer darüber, wie ein zeitgemäßes Urheberrecht aussehen kann. | Stage E

Morgen Abend gebe ich meine Empfehlungen für den dritten rp14-Tag ab, genau wie bereits gestern für den heutigen Tag, von dem ich mich jetzt erholen muss. Stay tuned.

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Tobias Schwarz

Tobias Schwarz

Digital Public Affairs Fellow, Collaboratory e.V.

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