Digitale Region – Die Kommunen im Fokus

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Logo_FinalDie 11. Initiative “Digitale Region – Aus dem Land für das Land” steht nun in den Startlöchern und und ihr habt noch diese Woche die Möglichkeit euch hier zu bewerben.

Macht mit und bringt die Digitalisierung in den ländlichen Regionen gemeinsam mit weiteren ExpertInnen voran.

Während die 10. Intiative „Smart Country“ grundsätzliche Strategien und Ansätze formuliert hat, wie in verschiedenen Funktionsbereichen ländlicher Regionen mithilfe von Informations- und Kommunikationstechnologien bestehende Prozesse verbessert oder bis dato ungenutzte Möglichkeiten erschlossen werden können, besteht die Aufgabe und der Reiz der 11. Initiative nun darin, konkreten, unmittelbar aus den Regionen kommenden Fragestellungen zu begegnen und kurz- bis mittelfristig umsetzbare Szenarien zu erarbeiten. Deshalb kollaborieren die ExpertInnen erstmalig mit regionalen Netzwerken unseres Partners Unternehmen für die Region (UfdR), die sich mit ihren Stärken, lokalen Strukturen und bereits etablierten Modellen den Chancen des digitalen Wandels öffnen wollen.

Warum ist diese Perspektive also so wichtig?

Blicken wir z.B. auf die von der Europä­ischen Kommission am 6. Mai 2015 veröffentlichte Digitale Agenda, so wird klar, dass die Kommunalebene eine entscheidende Schnittstelle ist, um ein besseres Dienstleistungsangebot der öffent­lichen Verwaltungen für den Bürger und die Wirtschaft zu entwickeln und die Strategie zu einem europäischen digitalen Binnenmarkt umzusetzen.

Als entscheidende Punkte für die Kommunen sind u.a. zu nennen:

  • Flächendeckender Zugang zu Breitband-Internet
  • Organisatorische Reformen (Stichwort Digitale Verwaltung) und personelle Weiterbildung
  • Schaffung der richtigen Bedingungen für florierende digitale Netze und Dienste.
  • Bestmögliche Ausschöpfung des Wachstumspotentials der digitalen Wirtschaft.
  • Neudefinierung der Rolle des Bürgers

Wie gelingt diese Anforderung? Wie steht es um diese Punkte in den deutschen Regionen?

Diese europäischen Visionen werden von den Realitäten in den Kommunen herausgefordert, die von mehreren Trends betroffen sind, wie z.B. dem demografischen Wandel, der Landflucht, der Flüchtlingskrise, dem Fachkräftemangel und dem Infrastrukturverfall. Laut Berechnungen der KfW-Bankengruppe liegt z.B. allein der Investitionsrückstand für die kommunale Infrastruktur mittlerweile bei 132 Milliarden Euro, nachdem v.a. die Sozialausgaben deutlich zugenommen haben bei gleichbleibenden Investitionsmitteln. Der Zusammenhang zwischen wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven von Kommunen und dem jeweiligen Digitalisierungsfortschritt geht auch aus einer Studie des Geographischen Instituts der Universität Bonn hervor, die gemeinsam mit dem Beratungsunternehmen PwC durchgeführt wurde. Denn die heute besonders durch finanzielle, rechtliche und kulturelle Faktoren gehinderte Investition in IKT wird diejenigen Kommunen ohne notwendige Strategien vor immense Probleme stellen. Insofern wirkt sich die Digitalisierung zusätzlich polarisierend auf die Wohlstandsverteilung der Kommunen aus: Jene Kommunen, welche heute die nötigen Investitionen in Digitalisierung leisten können, werden auch in Zukunft noch stärker befähigt sein, ihre Aufgaben zu meistern.  Neben Übertragungsraten, digitalen Verwaltungsdiensten und Co ist es vor allem auch die Förderung einer digitalen Lebenskultur, die von den Kommunen eingefordert wird.

Neben den hard facts, so wird deutlich,  stellt sich also auch die Frage nach dem mindset: Wieviel Aufklärung und Überzeugungsarbeit muss für die Menschen vor Ort noch geleistet werden? Wie viel transparente Diskussion über Chancen und Risiken der Digitalisierung wurde geführt, um ein notwendiges Maß an Vertrauen in neue digitale Geschäftsmodelle und Dienstleistungen zu schaffen? Wie lässt sich bei den verantwortlichen Bürgermeistern und Kommunalpolitikern die notwendige Offenheit für den digitalen Wandel generieren, damit die Digitalisierung systematisch angegangen wird?

Vielleicht gelingt es, eine Digitale Agenda bottom-up in Gang zu setzen?

Kaum ein langfristiges strukturelles Problem der Kommunen lässt sich ohne den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologie denken. Um mit anderen Regionen, Clustern und Großstädten um Unternehmen und Menschen zu konkurrieren, um der steigenden Verschuldung Wertschöpfung entgegenzusetzen, um die fatalen Auswirkungen des demografischen Wandels abzufedern, sind hocheffiziente und innovative Lösungen gefragt.

Und so ist es ganz klar: Die Anreicherung des privaten und öffentlichen Lebens mit zunehmenden Quanti- und Qualitäten der IKT bietet noch kaum genutzte Lösungskonzepte an, welche zur Zeit brachliegende Potenziale auf organisationeller und individueller Ebene aktivieren können. Dies betrifft natürlich nicht nur Vertreter der Verwaltung und Wirtschaft, sondern auch BürgerInnen in verschiedenen Rollen, die durch eine große Leistungsbereitschaft im ehrenamtlichen Engagement gekennzeichnet sind. Was aber heute noch viel zusätzliches Engagement bedeutet, kann durch die Verzahnung von IKT und sozialer Welt zum mehrwertstiftenden Nebenprodukt wirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Aktivität werden. Dabei braucht es aber gerade nicht nur das systematische Wissen der IT-Wirtschaft, sondern auch die sozialwissenschaftliche Komponente aktiver Experten. Hier bietet das CoLab ein Modellverfahren, das das Beste der Welten zusammenbringt.

Deshalb verbindet die 11. Initiative zur Digitalen Region konkrete Fragestellungen aus den ländlichen Regionen mit dem geballten Wissen von multiperspektivischen Expertengruppen sowie der Begleitung durch den besonderen CoLab-Arbeitsprozess. Bis zum Bewerbungsschluss am 11. März können sich Experten aus allen Bereichen und Branchen um einen Platz in der 11. Initiative bewerben.

Die gemeinsame Initiative von CoLab und UfdR ist auf gemeinnützige Zwecke ausgerichtet. Zusammen wollen sie die gesellschaftliche Diskussion und die konkrete Lösungserarbeitung in Themenbereichen der Digitalisierung nachhaltig unterstützen. Dieser gesellschaftliche Beitrag wird von mehreren Kooperationspartnern durch finanzielle und Sachleistungen unterstützt. Weitere Details zu Fördermöglichkeiten sind hier zusammengestellt.

 

Autoren:

Moritz Mumme und Gerald Swarat (Projektleiter der Initiative)

 

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Monika Jaskula

Monika Jaskula

Pressesprecherin und Communiy Manager des Internet & Gesellschaft Collaboratory seit Juni 2015

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