What’s next: Electric Book Fair in Berlin 2/2

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Am Samstag findet in Berlin die erste Electric Book Fair Deutschlands statt, ein Versuch Einblick in die sich stets verändernde Welt der E-Books zu bekommen. Das Collaboratory e.V. ist als Partner bei der explizit nicht als Buchmesse gedachten Veranstaltung dabei, vertreten durch Jiannis Koudounas. Wir haben Susanne Eiswirt von der Agentur newthinking und Armin Talke von der Staatsbibliothek Berlin zu ihren beiden Sessions befragt und was sie vom Programm nicht verpassen wollen:


Susanne Eiswirt: „Verlegen in Echtzeit: E-Book-Sprint

Susanne-Eiswirt

Worum geht es in deiner Session?

In meiner Session geht es um die Veröffentlichung von Publikationen in möglichst kurzer Zeit. newthinking hat zum Start der re:publica 2013 das erste mal einen SPRINT organisiert, während dem ein 30 Artikel umfassendes Coffee-table-book entstanden ist. Wir hatten 3 Tage Zeit, um uns auf Themen zu einigen, Schwerpunkte festzulegen und Inhalte zusammenzutragen. Bei diesem Sprint wurden zudem parallel sowohl Design, Druck als auch Vertrieb abgestimmt, da wir das Ergebnis am Ende auch gedruckt in den Händen halten wollten. Mehr als 40 AutorInnen hatten sich an diesem SPRINT beteiligt und uns als Organisator hat es wirklich eine Menge Spaß gemacht. Im selben Jahr haben wir ein Kundenprojekt als SPRINT umsetzen können und wollen auch weiterhin sprinten. Es geht insbesondere darum Zeiträume, in denen Publikationen entstehen, sinnvoll zu verkürzen, so dass Beiträge zu aktuellen Themen veröffentlicht werden, solange sie brisant sind. Ein durchdachter SPRINT kann das leisten und eine rein elektronische Veröffentlichung erlaubt es uns sogar ein wenig schneller zu sein.

Was soll danach beim Publikum hängenbleiben?

Dass wir auch weiterhin SPRINT-Projekte umsetzen werden und uns über Alle freuen, die dabei sein möchten 🙂 Da wir bisher nur zwei mal gesprintet sind, hoffe ich vor allem auf eine rege Diskussion. Wir haben während unseres ersten SPRINTs schon einiges an Erfahrungen sammeln können, haben jedoch auch im Anschluss weiteren wertvollen Input erhalten. Eine Publikation im SPRINT zu erstellen, bringt Vorteile und Nachteile mit sich. Ich freue mich vor allem darauf diese mit Interessierten diskutieren zu können, um vielleicht auch aus den Erfahrungen anderer lernen zu können.

Welche Vorträge wirst du dir auch anschauen?

Ich werde mir auf jeden Fall Elisabeth Ruge und Johannes Kleske zum Thema „Lesen im 21. Jahrhundert“ ansehen. Insbesondere Elisabeth Ruges Blick in die Zukunft finde ich spannend, unter andrem aufgrund ihrer Arbeit und Erfahrungen mit Open-Access-Prinzipien und Creative-Commons-Lizenzen.


Armin Talke: „„Digitaler Einheitsmarkt in Europa“

Armin Talke

Worum geht es in deiner Session?

In der Session zum „Digitalen Einheitsmarkt“ wird es darum gehen, wie grenzüberschreitende Angebote und die Verfügbarkeit digitaler Medien verbessert werden können. Für die EU – wo ja ein stark vereinheitlichter Binnenmarkt den Handel erleichtern soll – hat sich die EU – Kommission die Beseitigung bestimmter Hindernisse auch digitaler Medien vorgenommen. Zu diesen Hindernissen gehören uneinheitliche und veraltete Regelungen zum Urheberrecht, zu den Verwertungsgesellschaften, aber auch zum Daten- und Verbraucherschutzrecht sowie zum Steuerrecht. Ziel soll es sein, den doch noch sehr zersplitterten Markt für online-Güter genauso zu vereinheitlichen wie den Markt für „dingliche“ Gegenstände und damit den Handel zu erleichtern. Auch weltweit gibt es natürlich Vereinheitlichungen in diesen Rechtsbereichen. Aufgrund meiner Beschäftigung bei der Staatsbibliothek zu Berlin und im internationalen Bibliotheksverband kann ich hier vor allem über Bestrebungen urheberrechtlicher Erleichterungen für Bibliotheken für deren grenzüberschreitende digitaler Services berichten.

Was soll danach beim Publikum hängenbleiben?

Es soll hängen bleiben, daß die Erleichterung der Zugänglichkeit digitaler Güter ein Unterfangen ist, das viele unterschiedliche Belange betrifft. Ganz besonders wichtig ist mir, dass dabei nicht nur Anbieterinteressen berücksichtigt werden, sondern auch die Verbraucher-Belange. Sie haben ein starkes Interesse daran, dass digitale Medien (mindestens) genauso genutzt werden können wie analoge. Im Buchbereich gehört für mich z.B. dazu, dass sie auch weiterverschenkt oder verliehen werden können. Lizenzbedingungen von E-Books verhindern das z.Zt. teilweise. Ein harmonisiertes Datenschutzrecht muss die Privatsphäre der Nutzer digitaler Medien schützen. Lesen war bisher Privatsache. Wo das Nutzerverhalten der E-Book-Konsumenten detailliert aufgezeichnet wird, ist es mit der Privatsphäre nicht mehr weit her. Die E-Book-Anbieter, aber auch andere Unternehmen und auch Behörden können schließlich praktisch diese Daten an bestimmten Knotenpunkten abgreifen.

Welche Vorträge wirst du dir auch anschauen?

Der erster Teil dieses Artikels erschien am Mittwoch.

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Tobias Schwarz

Tobias Schwarz

Digital Public Affairs Fellow, Collaboratory e.V.

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