Wie modernisiert man in 48h die Verwaltung?

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Unter dem Motto „48 Stunden für Verwaltungsmodernisierung“ traten am 5. und 6. Juni 20 TeilnehmerInnen in Berlin zu Gast bei der Hertie School of Governance zum Global Gov Jam 2013 an. Sie waren nicht allein, denn der Global Gov Jam ist ein welweites Innovationscamp für den öffentlichen Sektor, bei dem in diesem Jahr erstmals an 35 Standorten rund 650 Personen zusammenarbeiteten.
Zielstellung war es, mit dem Ansatz des Design Thinking und anderen Innovationsmethoden, neue Service-Konzepte rund um die Verwaltung zu entwickeln. Wie bereits berichtet – ging es dabei ums Machen, nicht ums Diskutieren. Das heißt die Ideen wurden in kürzester Zeit zu Prototypen verwandelt und damit erlebbar gemacht.

Der Berliner Gov Jam wurde vom vierköpfigen Team von Service Design Berlin organisiert, bestehend aus Katrin Dribbisch, Manuel Großmann, Martin Jordan und Olga Scupin. Unterstützt und gesponsert wurde der GovJam u.a. von der Ohu Open Government des Collaboratory mit einem Impulsvortrag von David und einem kleinen Buffet zur Stärkung des leiblichen Wohls. Zusammengebracht hatte sie 2011 die Organisation eines ähnlichen Formats, des Global Service Jam, bei dem es auch um die Anwendung von Service-Design-Methoden geht. Die vier haben verschiedene Hintergründe – Design, Betriebswirtschaft, Politikwissenschaft und Markenstrategie – und schätzen diese Interdisziplinarität auch an den Jam-Formaten.

Beim Gov Jam Berlin arbeiteten VerwaltungsmitarbeiterInnen, DesignerInnen, Open-Gov-ExpertInnen sowie WissenschaftlerInnen in kleinen Teams zusammen. Ergänzt wurde das Workshop-Format durch mehrere Impulsvorträge, unter anderem zu den Themen Open Goverment und Bürgerbeteiligung auf Bundesebene. Unter dem kryptischen Motto „hic sunt dracones“ („here are dragons“) sammelten die TeilnehmerInnen in einem ersten Schritt die wildesten Ideen zu der lateinischen Textphrase welche in früheren Weltkarte oft den Raum jenseits der bekannten Welt mit Fabeltieren wie Seeschlangen und Seemonstern beschriftete. Dabei verwunderte es nicht, dass sich Stichworte wie „Game of Thrones“, „Feuer“ und „Bürgerpartizipation“ miteinander vermischten. Letztendlich ging es bei dieser sehr offenen Sammlung von Assoziationen darum ein Mission Statement sowie drei Kernfragen zu Open Gov zu finden, mit der sich die Gruppen jeweils im folgenden Prozess auseinandersetzen wollen. In der folgenden Research Phase sollten Infos, Besonderheiten und Meinungen zu den Fragestellungen gesammelt werden. Viele der Gruppen nutzten dies, um vor Ort auf der Straße BürgerInnen und Bürger zu Ihrem Verhältnis zu Regierung und Verwaltung zu befragen. Die Ergebnisse aus Mission Target und Erfahrungsberichten wurden dann wiederum in Ideen für konkrete Verwaltungsservices zusammengeführt und dem Ansatz des Design Thinking nach direkt in Prototypen verwandelt. Die Gamification der Antragsprozesse sowie die Vernetzung der Antragsteller sind nur zwei von vielen so entstandenen Prototypen der beiden Tage.

Einige Impressionen des Gov Jam Berlin vermitteln diese Fotos: http:/bit.ly/GovJam. Eine ausführliche Dokumentation der Veranstaltung lässt sich hier abrufen: http://de.slideshare.net/ServiceDesignBerlin/gov-jam-berlin-2013-dokumentation.

Und wer mehr über derartige Veranstaltungen erfahren möchte, kann sich für den Newsletter von Service Design Berlin hier anmelden: http:/bxp.me/nwslettr.

— Von David Roos
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Sebastian Haselbeck

Sebastian Haselbeck

Sebastian ist Geschäftsführer des Collaboratory e.V.

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