48 Stunden für Verwaltungsinnovationen: Gov Jam Berlin am 5.-6. Juni 2013

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Elias Barrasch: Katrin, Du bist eine der VeranstalterInnen vom Berliner Global Government Jam (Gov Jam). Es gibt doch schon viele Veranstaltungen zum Thema Verwaltungsmodernisierung. Warum eigentlich ein neues Format?


Katrin Dribbisch: Uns geht es nicht darum, die Themen zu diskutieren, sondern ganz praktisch in den zwei Tagen möglichst viele Vorschläge zur Umsetzung zu erarbeiten. Das schafft man nur, wenn man schnell die Ebene der Diskussion verlässt und in einen Innovationsprozess einsteigt. Hier sind die Teilnehmer quasi gezwungen, Vorschläge in Form von Prototypen zu erarbeiten. Das ist Action. Wir arbeiten nach den Prinzipien und Methoden von Designern, was auch als Design Thinking bekannt ist. Der Gov Jam heißt: Weg vom Reden, hin zum Machen. 

Elias: Die Teilnehmer können sich also auf Action und hoffentlich Spaß einstellen. Geht es aber noch um mehr?

Katrin: Auf jeden Fall. Ziel ist es, die Verwaltung in ihrer Isolation aufzubrechen und mit Experten aus verschiedenen Bereichen zusammenzubringen, die sich sonst vielleicht treffen würden, weil es keine natürlichen Schnittstellen gibt. Damit meine ich multidisziplinäre Teams aus Designern, Verwaltungsangestellten, Softwareentwicklern, Innovationsmanagern und Forschern. Erst diese bunte Mischung schafft die Möglichkeit, neue Perspektiven auf die Herausforderungen der Verwaltung zu entwickeln.   


Elias: Hört sich ja nach einem Feuerwerk an. Aber wie stellt Ihr Euch vor, dass diese verschiedenen Welten, mit ihrem jeweils eigenen Duktus und Sprache dann zusammenarbeiten können? 


Katrin: Da stimme ich Dir zu, da treffen Welten aufeinander. Aber das ist auch genau der Sinn eines Jams, Interdisziplinarität wird groß geschrieben. Neues, sprich Innovation, entsteht häufig dann, wenn scheinbar unvereinbare Gegensätze zusammentreffen. In diesem „Zusammenstoß“ steckt ganz viel Positives. Erst dadurch fange ich an meine eigenen Denk- und Arbeitsweisen zu hinterfragen, sehe neue Impulse und lerne neue Methoden kennen. Weil wir in der kurzen Zeit auch wirklich zu relevanten und innovativen Ergebnissen kommen wollen, stehen den Teams erfahrene Experten zur Seite, die den Prozess begleiten und im Zweifelsfall auch mal vermitteln können. 


Elias: Ich kenne viele solcher Formate, die sich interaktiv, interdisziplinär und kollaborativ nennen. Am Ende bleibt doch immer die Frage: Und was nehme ich davon jetzt mit? 

Katrin: Der Jam hat das Motto „Machen statt Diskutieren“. Das heißt am Ende der zwei Tage haben wir echte Prototypen der entstandenen Ideen und Servicekonzepte, die auf der globalen Plattform – www.govjam.org – unter CC veröffentlicht werden und somit über den Jam hinaus weiter leben. Das ist dann schon mehr als das nächste Paper oder eine weitere Studie. Hier werden die Ideen wirklich erfahrbar gemacht. 

Elias: Das hört sich aber auch ganz schön nach Stress und Arbeit an.

Katrin: Klar ist das ein volles Programm für zwei Tage. Aber nicht vergessen, es handelt sich hier um einen Jam. Im klassischen Sinne eines Musikjams, bei dem man zusammenkommt, um eine gute Zeit zu haben und am Ende dennoch etwas produziert zu haben. Die Arbeit lohnt sich also. Zusammenfassen lässt sich das unter „Serious Fun“. Es geht uns auch darum, aufzuzeigen, wie aus dem oft starren und regiden Arbeitsalltag ausgebrochen werden kann. Hier wird eine neue Arbeitskultur erfahrbar gemacht. Am Ende lernen die Teilnehmer hoffentlich dadurch, dass sie Elemente tatsächlich wieder zurück in ihren Arbeitsalltäg nehmen können.

Anmelden kann man sich für den Gov Jam Berlin noch bis Montag, dem 27. Mai 2013auf www.govjamberlin.de/teilnahme. (Interessenten dürfen sich gerne noch melden, die Abschlusspräsentation ist öffentlich)
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Sebastian Haselbeck

Sebastian Haselbeck

Sebastian ist Geschäftsführer des Collaboratory e.V.

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